Energie- und Klimaforschung
Energieforschung
Ein wichtiger Schwerpunkt der bayerischen Forschungs- und Technologiepolitik liegt seit längerer Zeit auf der Weiterentwicklung nachhaltiger, CO2-sparender Energieformen. Durch eine enge Kooperation mit allen außeruniversitären Forschungs- und Ressortforschungseinrichtungen, forschenden Unternehmen und Hochschulen aus ganz Bayern soll das Netz aller Fachkompetenzen im Energiebereich gestärkt und ausgebaut werden.
Seit 2012 fördert das Wissenschaftsministerium eine Vielzahl von Strukturmaßnahmen, Forschungsverbünden und Einzelprojekten. Zwei Beispiele:
- Das Verbundprojekt Solar Technologies go hybrid (SolTech) besteht seit 2012 aus so genannten Keylabs an fünf bayerischen Universitäten in Bayreuth, Erlangen, München und Würzburg, die Sprunginnovationen bei der Photovoltaik und bei photokatalytischen Prozessen anstreben; ihr Ziel ist es, mit Sonnenlicht solare Brennstoffe direkt zu erzeugen und der Atmosphäre CO2 zu entziehen.
- In der Geothermie Allianz Bayern (GAB) arbeiten seit 2016 mehrere bayerische Hochschulen in München, Erlangen und Bayreuth daran, das riesige Wärmebecken der süddeutschen Molasse noch sicherer und nachhaltiger nutzbar zu machen, und sie erforschen mögliche Erdwärmereservoire in Nordbayern. Perspektivisch können mehr als 25% des bayerischen Wärmebedarfs durch die Geothermie gedeckt werden – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag und völlig unabhängig von Wind und Sonne!
Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien
Eine bedeutende Forschungseinrichtung im Energiebereich ist das im August 2013 gegründete Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) in Zuständigkeit des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Es wurde als Außenstelle des Forschungszentrums Jülich gegründet und betreibt eine institutionalisierte Langzeit-Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Helmholtz-Zentrum Berlin. Das HI ERN entwickelt material- und prozessbasierte Lösungen für eine klimaneutrale und wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien, mit Schwerpunkten auf Solartechnologien und innovativen Wasserstofftechnologien für die chemische Energiespeicherung. Indem es die spezifischen Kompetenzen der beteiligten Partnereinrichtungen bündelt, befindet es sich auf dem Weg zu einem international sichtbaren Center of Excellence.
Klima- und Klimafolgenforschung
Wie das energiepolitische Zieldreieck "sicher, bezahlbar, umweltverträglich" deutlich macht, stehen die Themen Energie und Klima in engem Zusammenhang. So sind die oben genannten Forschungsvorhaben, die sich mit Fragen der Energie- und Ressourceneffizienz befassen, auch Schlüssel für einen wirksamen Klimaschutz.
Neben den Ursachen des Klimawandels und ihrer Reduktion liegt ein bedeutender Fokus des wissenschaftlichen Interesses auf dem Umgang mit seinen ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen und deren Minderung (Klimafolgenforschung). Die Fördermaßnahmen des Staatsministeriums berücksichtigen diese Entwicklung. So wurde 2018 das Bayerische Klimaforschungsnetzwerk (bayklif) gegründet, das seit 2026 mit einem fünfjährigen Anschlussförderprojekt fortgeführt wird. Das Forschungsnetzwerk bayklif 2 zielt darauf ab, durch interdisziplinäre Forschungsansätze innovative Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels und seiner Folgen zu entwickeln und daraus Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger, die Wirtschaft und für jeden Einzelnen abzuleiten. Dabei erfolgt eine Fokussierung auf die Forschungsschwerpunkte Wasser, Ernährung, Biodiversität und Gesundheit, da in diesen Bereichen die Folgen des Klimawandels besonders deutlich spürbar sind. Gefördert werden im Rahmen dieser Förderphase kooperierende Forschungsgruppen aus bis zu vier Forscherinnen und Forschern, die wissenschaftliche Fragestellungen aus mindestens drei unterschiedlichen Blickwinkeln interdisziplinär behandeln.
Der „Klimabericht 2024“ des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz stellt unter anderem den Stand der Umsetzung des Bayerischen Klimaschutzprogramms vor und informiert über Ausgleichsmaßnahmen sowie Klimaanpassungsstrategien der Bayerischen Staatsregierung.