Pressemitteilung Nr. 67 vom 29.07.2026 Söder und Blume: Der Freistaat Bayern wird Sitzland des deutschen Hubs für die Forschung zur Magnetfusion.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Wissenschaftsminister Markus Blume: Kernfusion ist die Zukunft der Energieversorgung – Hub der Bundesregierung für Magnetfusion fördert Spitzentechnologie „Made in Bavaria“

MÜNCHEN. Der Freistaat Bayern wird Sitzland des deutschen Hubs für die Forschung zur Magnetfusion. Diese zukunftsweisende Grundsatzentscheidung wurde heute vom Bund in Abstimmung mit den Ländern beschlossen. Damit wird Bayerns internationale Stellung bei der Magnetfusionsforschung rund um das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München weiter ausgebaut. Mit der Hightech Agenda Bayern geht der Freistaat dort bereits entschlossen voran und mit dem Fusionshub aus der Hightech Agenda Deutschland unterstützt das nun auch der Bund.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Energie ist das Lebenselixier unserer Wirtschaft. Die Kernfusion ist dabei eine Chance für sichere, saubere und bezahlbare Energie in beinahe unbegrenzter Menge. Deshalb treibt Bayern die Forschung an der Energieversorgung der Zukunft entschlossen voran. Dazu sind Mut und Wucht notwendig. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching ist bereits jetzt eines der weltweit führenden Zentren der Magnetfusionsforschung. Für den Demo-Reaktor „Alpha“ investieren wir allein 400 Mio. Euro. Für die Unterstützung von Zukunftstechnologien haben wir uns in Berlin sehr eingesetzt. Danke an unsere Technologieministerin Dorothee Bär. In Wissenschaft und Forschung liegt die Chance Deutschlands auf Arbeitsplätze und Wohlstand auch in der Zukunft. Nur wer auf Technik setzt, wird auf Dauer im internationalen Wettbewerb mithalten. Kernfusion könnte eine neue globale Spitzentechnologie werden – und sie soll ‚Made in Bavaria‘ sein.“

Wissenschaftsminister Markus Blume: „Fusion ist eine Jahrhundertchance – wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich. Bayern ist an allen drei Fusionshubs der Hightech Agenda Deutschland beteiligt. Der Magnethub wird direkt bei uns am IPP in Garching angesiedelt mit einem weiteren Standort in Gundremmingen. Klar ist: Bayern ist und bleibt mit seinem einzigartigen Fusionsökosystem zentraler Motor der Fusionsforschung in Deutschland. Bayern ist nicht nur Freistaat, Bayern ist Fusionsstaat. Mit unserem bayerischen Masterplan, Investitionen, neuen Professuren und Forschungsgruppen haben wir Pionierarbeit geleistet – zusammen mit dem Bund und der Fusionsallianz der Länder machen wir jetzt den nächsten Schritt auf dem Weg zum Fusionsreaktor. Dabei sind wir Zugpferd und Partner. Denn klar ist: Fusion ist ein Gemeinschaftswerk – sie gelingt im Schulterschluss von Bund und Ländern und von Wissenschaft, Industrie und Start-ups.“

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Entscheidung für die drei Fusionshubs ist ein starkes Signal für den Technologiestandort Deutschland. Bayern hat alles, was es dafür braucht: exzellente Forschung, innovative Unternehmen und eine leistungsfähige Industrie. In den Hubs können diese Partner ideal zusammenarbeiten. Denn leistungsfähige Lieferketten, abgestimmte Ausbildungsinitiativen, die gegenseitige Nutzung von Infrastrukturen sind wichtige Schritte auf dem Weg zum kommerziell genutzten Reaktor. Wenn wir die Kernfusion erfolgreich zur Marktreife bringen, entstehen neue Arbeitsplätze, neue Wertschöpfung und ein echter Wettbewerbsvorteil für Bayern.“

Fusionstechnologien eröffnen neue Perspektiven für eine nachhaltige Energieversorgung in der Zukunft und bieten zugleich erhebliche Chancen für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Kernfusion ist eine völlig neue Technologie für grundlastfähigen, CO₂-freien und sauberen Strom in nahezu unbegrenzter Menge. Mit der Einrichtung der Fusionshubs im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland entsteht eine zentrale Plattform, die die Kompetenzen in den Bereichen Laser- und Magnetfusion sowie Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung bündelt, den Austausch zwischen den Akteuren stärkt und den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung beschleunigt. In der ersten Phase ist eine Förderung von bis zu 125 Millionen Euro möglich. Der Ansatz der Hubs soll Start-ups im Fusionsbereich, wissenschaftliche Einrichtungen sowie führende Unternehmen der Hightech-Industrie und ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten eng zusammenbringen. Der Hub für Magnetfusion soll rund um das IPP in Garching bei München entstehen. Der Hub für Laserfusion knüpft an das XFEL in Hamburg und den Standort Biblis an. Zudem soll ein Hub mit dem Fokus auf Brennstoffkreisläufe und Materialentwicklung rund um das KIT in Karlsruhe entstehen. Insgesamt sind bayerische Einrichtungen an allen drei Hubs beteiligt.

Bayern ist bei der Fusionsforschung sehr aktiv und spielt den Fusions-Doppelpass: Der Freistaat stellt bei der Magnetfusion allein für den geplanten Bau des Demo-Reaktors „Alpha“ bis zu 400 Mio. Euro bereit. Große deutsche Player wie RWE arbeiten dabei mit bayerischen Start-ups wie Proxima Fusion und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zusammen. Zudem ist ein Fusions-Demokraftwerk „Stellaris“ in Gundremmingen geplant. Damit wird die Technologie erforscht und die Umsetzbarkeit in der Realität getestet. Proxima Fusion will mit privaten Investoren eine Magnetfabrik aufbauen und plant mit bis zu 1.000 Beschäftigten.

Im April 2024 startete in Bayern eine „Expertenkommission Kernfusion“ und legte Empfehlungen zur Umsetzung des Masterplans Kernfusion vor. Mit dem Ziel eines schnellen Beginns konzentrierten sich die Empfehlungen zunächst auf eine Ausbildungsoffensive an den Hochschulen mit der Einrichtung von neuen Lehrstühlen und Nachwuchsforschungsgruppen, die Einrichtung möglicher Studiengänge sowie den Ausbau nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen empfohlen, um Synergien zu nutzen.

Philipp Spörlein, stellv. Pressesprecher, 089 2186 2681

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