Pressemitteilung Nr. 66 vom 24.07.2026 150 Jahre Bayreuther Festspiele: „Seit 150 Jahren ist Bayreuth der Sehnsuchtsort der Opernwelt“

Festakt eröffnet Jubiläumswochenende – Festspielpremiere von Richard Wagners „Rienzi“ und Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ – Blume: „150 Jahre Bayreuther Festspiele erzählen von den größten Sternstunden der Oper und sie erzählen von den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte. Beides gehört untrennbar zu Bayreuth“

MÜNCHEN/BAYREUTH. Ein Festakt, die Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ mit Michel Friedman und die Festspielpremiere von Richard Wagners „Rienzi“ bilden den Auftakt des Jubiläumswochenendes zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele. Kunstminister Markus Blume nimmt an allen Veranstaltungen teil und hebt die außergewöhnliche internationale Bedeutung der Festspiele hervor: „Ein Klang, der um die Welt geht! Seit 150 Jahren ist Bayreuth der Sehnsuchtsort der Opernwelt. Diese kulturelle Spitzenleistung unterstützen wir 2026 mit 4,2 Millionen Euro und einem Sonderzuschuss von 200.000 Euro. Mit dem Jubiläum endet unser Engagement nicht: Bayern und der Bund sind bereit, die Förderung der Bayreuther Festspiele dauerhaft um je bis zu einer Million Euro aufzustocken. Ich gehe davon aus, dass auch die beiden anderen Gesellschafter dazu bereit sind. Bayreuth ist und bleibt Weltspitze, weil der Grüne Hügel den Mut hat, sich immer wieder neu zu erfinden. Das Jubiläumsprogramm beweist eindrucksvoll, wie Tradition und Innovation zusammenfinden: mit der erstmaligen Aufführung von Rienzi im Festspielhaus, einem KI-gestützten Ring, der jede Vorstellung einzigartig macht, und einem eigenen ‚Kleinen Festspielhaus‘, das schon die jüngste Generation für Wagner begeistert. Bayreuth entwickelt sich auf der Bühne stetig weiter. Diesen Anspruch müssen wir auch in den Strukturen einlösen. Die Reform der Governance ist inhaltlich vorbereitet – ich erwarte, dass die Gremien die notwendigen Beschlüsse noch im August fassen.“

Mit Blick auf die Geschichte der Festspiele betont Blume: „150 Jahre Bayreuther Festspiele erzählen von den größten Sternstunden der Oper und sie erzählen von den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte. Beides gehört untrennbar zu Bayreuth. Richard Wagner war ein musikalisches Genie, zugleich aber ein erbitterter Antisemit. Sein antisemitisches Denken ging in Teilen weit über die Vorurteile seiner Zeit hinaus. Bei aller Bewunderung für sein Werk dürfen wir davor niemals die Augen verschließen. Die Geschichte Bayreuths verpflichtet: Kunst und Kultur dürfen nie wieder politisch vereinnahmt oder einer Ideologie untergeordnet werden. Gerade hier wird uns wie an kaum einem anderen Ort bewusst, warum Kunstfreiheit ein so hohes Gut ist. Ich danke Katharina Wagner, dass sie die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Festspiele konsequent vorantreibt. Dass Michel Friedman die Gedenkveranstaltung ‚Verstummte Stimmen' gestaltet, ist ein starkes Signal. Seine Stimme steht für kritische Reflexion, für den offenen Diskurs und für eine lebendige Erinnerungskultur.“

Jubiläumsspielzeit verbindet Wagner-Tradition, Innovation und historische Reflexion

Mit der Jubiläumsspielzeit erinnern die Bayreuther Festspiele an ihre Gründung im Jahr 1876, als Richard Wagner im eigens errichteten Festspielhaus erstmals den vollständigen „Ring des Nibelungen“ aufführen ließ und damit Musikgeschichte schrieb. 150 Jahre später spannt das Programm bewusst den Bogen zwischen Tradition und Zukunft. Zu den Höhepunkten zählt die Festspielpremiere der Oper „Rienzi“ unter der musikalischen Leitung von Natalie Stutzmann. Das Frühwerk Richard Wagners wird erstmals im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt. Da Wagner das Werk selbst nicht zum Kanon der für Bayreuth bestimmten Opern zählte, stellt die Aufführung eine einmalige Besonderheit des Jubiläumsjahres dar.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. Die Inszenierung beschreitet dabei neue Wege: Mithilfe Künstlicher Intelligenz, die auf 150 Jahren Rezeptionsgeschichte des Werks basiert, entstehen für jede Aufführung neue visuelle Assoziationen und Bildwelten. Ergänzt wird das Programm durch „Der fliegende Holländer“ unter der musikalischen Leitung von Oksana Lyniv sowie „Parsifal“ unter der Leitung von Pablo Heras-Casado – jenes Werk, das Richard Wagner eigens für das Bayreuther Festspielhaus schuf.

Über die Opernaufführungen hinaus umfasst die Jubiläumsspielzeit ein vielfältiges Begleitprogramm mit einem Festakt, dem Gedenkkonzert „Verstummte Stimmen“, Open-Air-Konzerten, Diskussionsformaten sowie einem umfangreichen Bildungs- und Vermittlungsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kinderoper „Der Ring des Nibelungen“, die in einem eigens errichteten „Kleinen Festspielhaus“ aufgeführt wird. Damit verbindet das Jubiläumsprogramm künstlerische Exzellenz, innovative Formate und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Festspiele.

Helena Barsig, Sprecherin, 089 2186 1829

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