Pressemitteilung Nr. 60 vom 17.07.2026 MIT-Professorin Daniela Rus erhält den Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2026

„Eine Vordenkerin verantwortungsbewusster KI und Autonomie“:
MIT-Professorin Daniela Rus erhält den Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2026

MÜNCHEN. Daniela Rus, Direktorin des MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory und Professorin für Elektrotechnik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wird für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Robotik und Autonomen Systemtechnik mit dem Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten 2026   ausgezeichnet. Der Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten ist die höchstdotierte Auszeichnung für Technik- und Ingenieurwissenschaften in Deutschland. Der gemeinsame Preis von Bayerischer Staatsregierung und Bayerischer Akademie der Wissenschaften ist mit 300.000 Euro durch die Ulrich L. Rohde Stiftung dotiert und wird am 23. Juli in der Residenz München verliehen.

Pionierarbeit in der Robotik und KI

Die diesjährige Preisträgerin Daniela Rus ist eine weltweit führende Expertin auf dem Gebiet der Robotik und Autonomen Systemtechnik. Als Direktorin des MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory

(CSAIL) und Panasonic Professor of Computer Science am Massachusetts Institute of Technology gestaltet sie die nächste Generation intelligenter, vernetzter Roboter. In der Begründung des Auswahlgremiums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften heißt es: „Ziel ihrer Forschungen ist es, flexible und sichere Technik zu entwickeln, die sich nahtlos in den Alltag der Menschen integriert. Ihre wegweisenden Arbeiten konzentrieren sich auf vier Bereiche: selbstorganisierende Roboterkollektive, Soft Roboter, autonome Mobilität sowie vom menschlichen Gehirn inspirierte Künstliche Intelligenz.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Bayern steht für Hightech und Höchstleistung. Im gesamten Bereich der Zukunftstechnologien sind wir weltweit vorne mit dabei. Wir fördern dabei eigene Investitionen im Freistaat ebenso wie den Ausbau unseres internationalen Netzwerks. Mit Prof. Daniela Rus zeichnen wir diesmal eine weltweite Koryphäe der Robotik und KI aus. Sie forscht am MIT in Massachusetts und gestaltet die nächste Generation intelligenter und vernetzter Roboter. Vom OP-Tisch über die Autobahn bis zur Tiefsee – ihre Entwicklungen helfen, das Leben auf der Erde länger und besser zu machen. Dieser Pioniergeist passt zum ‚Bavarian Way of Life‘: Mit der Hightech Agenda Bayern investieren wir als einzelnes Bundesland sechs Mrd. Euro in Wissenschaft und Forschung – von Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz und Robotik bis hin zu Bio-Life-Sciences, Defense Tech und Luft- und Raumfahrt. Damit schaffen wir ein einzigartiges Ökosystem. Bayern ist Start-up-Land Nummer 1 in Deutschland, führt beim Anwerben von Risikokapital und hat mit der TU München und der LMU die beiden besten Universitäten der Europäischen Union. Das lockt Top-Firmen genauso wie Top-Forscher aus der ganzen Welt in den Freistaat. Als höchst dotierter Technikpreis Deutschlands ist der Hightech-Preis dabei ein weiteres Aushängeschild. Hightech bedeutet Zukunft. Nur durch Innovationen werden wir Wertschöpfung und Wohlstand auf Dauer im Inland halten können.“

Wissenschaftsminister Markus Blume: „Professorin Daniela Rus setzt weltweit Maßstäbe in KI und Robotik. Mit ihrer visionären Forschung verbindet sie menschliche Kreativität mit maschineller Intelligenz,

Grundlagenwissenschaft mit konkretem gesellschaftlichem Nutzen. Ihre Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass technologische Spitzenforschung dann ihre größte Wirkung entfaltet, wenn sie dem Menschen dient. Daniela Rus steht für wissenschaftliche Exzellenz, mutige Zukunftsgestaltung und die Kraft der Forschung, die Welt von morgen ein Stück besser zu machen. Und aus persönlichen Begegnungen weiß ich: Daniela Rus steht für internationale Vernetzung. Schön, dass sie die Verbindung zwischen Boston und Bayern, zwischen MIT und TUM lebt.“

Sie ist eine Pionierin auf dem Gebiet selbstorganisierter Roboterkollektive und entwickelte mit ihrem Team einige der ersten modularen Roboter, die sich für die jeweilige Aufgabe ohne menschliches Eingreifen zusammenbauen, zerlegen und in verschiedene Formen verwandeln können. Zudem gilt Daniela Rus als Begründerin der modernen Soft-Robotik. Nachgiebige, verformbare Roboter und Origami-Roboter definieren unsere Vorstellungen von Roboterkörpern völlig neu und erweitern den Einsatzbereich autonomer Systeme ganz erheblich, etwa in empfindlichen Ökosystemen oder im menschlichen Körper: Für das Gesundheitswesen entwarf sie minimalinvasive Roboter, darunter ein Origami-Roboter, der geschluckt werden kann und sich im Magen für einen medizinischen Eingriff entfaltet. Auf dem Gebiet der autonomen Mobilität entwickelt Daniela Rus Planungs- und Entscheidungsverfahren für selbstfahrende Fahrzeuge sowie On-Demand Mobilitätssysteme. Ihr Team integriert Methoden der Sozialpsychologie in die Entscheidungsfindung autonomer Fahrzeuge, wodurch diese in die Lage versetzt werden, das Sozialverhalten von Verkehrsteilnehmern zu analysieren und vorherzusehen – eine Schlüsselkompetenz für eine sichere Interaktion zwischen Menschen und

Maschinen. Schließlich konzentriert sich ein neuerer Forschungsschwerpunkt von Daniela Rus auf vom menschlichen Gehirn inspirierte KI-Architekturen, die speziell auf autonome Systeme in der Praxis zugeschnitten sind. Ihre liquiden neuronalen Netze sind von der Dynamik biologischer Neuronen inspiriert und ermöglichen es z. B., Drohnen in unbekannten Umgebungen zu navigieren und sich auf neue Wetter- und Lichtverhältnisse einzustellen.

Die gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit – ein wesentliches Kriterium für die Auswahl – zeigt sich in zahlreichen Anwendungen in Bereichen wie Mobilität, Gesundheitswesen, Pflege, Landwirtschaft, Logistik oder Umwelt- und Katastrophenschutz: Unterwasser‑Roboter schützen empfindliche Ökosysteme, schluckbare Roboter eröffnen neue Wege in der Medizin, autonome Boote und Fahrzeuge verbessern urbane Mobilität, KI‑Kopiloten erhöhen die Flugsicherheit. Über Industriepartnerschaften und das von ihr mitgegründete Unternehmen Liquid AI treibt sie den Technologietransfer voran. „In all ihren Forschungsarbeiten ist Daniela Rus eine Vordenkerin von verantwortungsbewusster KI und Autonomie. Gleichzeitig weist sie eine beeindruckende Bilanz in den Bereichen Innovation und Technologietransfer vor“, so das Auswahlgremium.

„Mit diesem Preis betont die Akademie die zentrale Rolle der Wissenschaft im bayerischen wie internationalen Kontext und setzt gezielt Impulse zu Themen von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung“, erklärt Akademiepräsident Markus Schwaiger. „Es ist mir eine besondere Freude, dass wir in diesem Jahr Daniela Rus auszeichnen. Durch ihre wissenschaftliche Exzellenz, Innovationskraft und die hohe gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeiten verkörpert sie auf ideale Weise den Geist des Preises. Herzlichen Glückwunsch!“

Der Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten

Der Hightech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten ehrt herausragende Innovationen in den Technikwissenschaften. Die gemeinsame Auszeichnung der Bayerischen Staatsregierung und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wird an Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland verliehen, deren Arbeit die Welt nachhaltig prägt. In jedem zweiten Jahr weisen die Preisträgerinnen und Preisträger zudem einen besonderen Bezug zum Freistaat Bayern auf. Die Auswahl trifft eine Findungskommission der Akademie, besetzt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland sowie Persönlichkeiten aus der Industrie. Dotiert mit 300.000 Euro durch die Ulrich L. Rohde Stiftung, unterstreicht der Preis die Bedeutung von Wissenschaft als Motor für Fortschritt und Wohlstand.

„Wir zeichnen Forscherinnen und Forscher aus, deren Arbeiten den Alltag der Menschen verbessern“, betont Stifter Ulrich L. Rohde, Ehrenmitglied der Akademie. „Es war mir auch als Wissenschaftler ein Herzensanliegen, diesen Preis ins Leben zu rufen – denn es gibt in Deutschland und international keinen vergleichbaren Preis, der herausragende Leistungen in den Technik- und Ingenieurwissenschaften würdigt. Selbst der Nobelpreis berücksichtigt diese Disziplinen nicht. Die Akademie ist für mich der ideale Ort dafür: Sie schlägt Brücken zwischen Disziplinen und zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.“

Preisverleihung findet am 23. Juli in der Münchner Residenz statt

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, dem 23. Juli, um 18.30 Uhr im Herkulessaal der Münchner Residenz statt. Erwartet werden neben Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wissenschaftsminister Markus Blume und BAdW-Präsident Prof. Dr. Markus Schwaiger rund 800 Gäste, darunter zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, Politik und Gesellschaft sowie die Preisträgerinnen und Preisträger. Die Veranstaltung wird zudem per Livestream übertragen: https://badw.de/live

Die vollständige Begründung der Jury finden Sie hier: HTP_2026_Daniela_Rus_Begruendung_Auswahlgremium_2026.pdf

Kathrin Gallitz, Pressesprecherin im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 089 2186 2057

 Dr. Isabel Leicht, Pressereferentin, Bayerische Akademie der Wissenschaften,
089 23031 1336

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