Pressemitteilung Nr. 2 vom 16.01.2026 Bavarian Health Cloud: Mit Gesundheitsdaten Krankheiten heilen
Wissenschaftsminister Markus Blume und Gesundheitsministerin Judith Gerlach starten bayerischen Gesundheitsdatenraum – Quantensprung für medizinische Forschung und Patientenversorgung – Blaupause für Medizin der Zukunft
MÜNCHEN. Daten teilen und damit Krankheiten heilen: Bayern startet eine Plattform für Gesundheitsdaten und hebt die Medizin im Freistaat damit auf ein neues Level. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können zukünftig deutlich mehr Informationen schneller für medizinische Forschung und Patientenversorgung nutzen und damit Therapien weiterentwickeln oder neue Behandlungsmethoden erarbeiten. Die „Bavarian Health Cloud“ ermöglicht Datenbereitstellung und Datennutzung für Wissenschaft und Industrie: Milliarden an Daten wie Diagnosen, Prozeduren, Medikationen und Laborwerte sind damit strukturiert verfügbar – und das datenschutzkonform, sicher und anschlussfähig an bereits bestehende Strukturen und gesetzliche Rahmenbedingungen.
Dazu erklärt Wissenschaftsminister Markus Blume: „Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, aus Daten zu lernen. Gesundheitsdaten sind ein unglaublicher Schatz, der ein enormes Potenzial für Innovationen bietet. Wir können damit Menschenleben retten und Krankheiten schon bekämpfen, bevor sie ausbrechen. Mit einer bayernweiten Cloud-Lösung heben wir diesen Schatz und schlagen ein neues Kapitel in der bayerischen Spitzenmedizin auf: Daten gelangen mit der Bavarian Health Cloud vom Krankenbett direkt in die Grundlagenforschung oder in die Entwicklung von Medizinprodukten und Arzneimitteln. Das ist eine Revolution in der Medizin, für die wir rund 25 Millionen Euro an Investitionen einplanen.“
Gesundheitsministerin Judith Gerlach betont: „Gesundheitsdaten sind der Schlüssel für einen Quantensprung in der Medizin – und wir schaffen jetzt mit der Bavarian Health Cloud die Voraussetzungen dafür. Wissenschaftler, Ärzte, Experten und Unternehmen sollen Gesundheitsdaten verantwortungsvoll nutzen können – für erstklassige Forschung und vor allem für eine bessere Versorgung der Menschen. Entscheidend dabei ist: Wir setzen auf eine Therapie und Behandlung, die auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten ist. Dazu sind viele strukturiert aufbereitete Daten notwendig, die dann mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden können. Das hilft insbesondere bei der Behandlung komplexer Krankheitsbilder oder seltener Erkrankungen.“
Die Sicherheit der Daten steht an oberster Stelle: Die Forschungsdatenplattform steht unter staatlicher Kontrolle. Bayern gründet zu diesem Zweck die Bavarian Health Cloud GmbH in hundertprozentiger Trägerschaft des Freistaats. Höchste Standards bei Datenschutz und -sicherheit, die Speicherung von ausschließlich pseudonymisierten Daten, Informations- und Widerspruchsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten sowie ein Antragsverfahren für Forscherinnen und Forscher garantieren einen sicheren Umgang mit den Gesundheitsdaten. Befüllt wird die Plattform zunächst mit Daten der sechs bayerischen Universitätsklinika, die jährlich rund 2,3 Millionen Patientinnen und Patienten behandeln. Anschließend sollen Datenbasis und Anwenderkreis sukzessive auf möglichst viele Akteure des Gesundheitswesens erweitert werden.
Gerlach ergänzt: „Im Laufe dieses Jahres soll die Bavarian Health Cloud ihre Arbeit aufnehmen. Bayern ist mit dieser Initiative in Deutschland Vorreiter. Wir öffnen das Tor zu etwas Neuem. Dabei wollen wir langfristig weitere Akteure des Gesundheitswesens in den Gesundheitsdatenraum einbinden – die Plankrankenhäuser vor allem, mittelfristig aber auch Ärzte und Pflegeeinrichtungen.“
Blume fasst zusammen: „Mit der ‚Bavarian Health Cloud‘ erreichen wir einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung unserer Highmed Agenda. Gleichzeitig sind wir mit dieser Forschungsdatenplattform Vorreiter in Deutschland. Sie hat das Potential, eine Blaupause für die Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken im Rahmen des europäischen Gesundheitsdatenraumes zu werden.“
Die erste funktionsfähige Version der Forschungsdatenplattform soll bis Ende 2026 an den Start gehen, so Blume. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaft, der Wirtschaft und dem Gesundheitssektor hatten zuvor Fragen zu den rechtlichen Voraussetzungen und zum Aufbau, Betrieb sowie der Vernetzung und Anschlussfähigkeit einer entsprechenden integrierten Datenplattform erörtert. Koordiniert wird das Projekt, das mehrere Ressorts berührt, von Wissenschafts- und Gesundheitsministerium.
Kathrin Gallitz, Pressesprecherin StMWK, 089 2186 2057
Jörg Säuberlich, Pressesprecher StMGP, 089 95414 5550