Pressemitteilung Nr. 01 vom 08.01.2026 „Koalition der Willigen gewinnt mit Baden-Württemberg ein neues, starkes Mitglied auf dem Weg zum Fusionskraftwerk hinzu“
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume zum Beitritt Baden-Württembergs zur neuen Länderallianz für Fusionsforschung – Schulterschluss von jetzt sieben Ländern
MÜNCHEN. Mehrere Bundesländer wollen in einer Fusionsallianz gemeinsam die Entwicklung von Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung vorantreiben und so den Traum von einer sauberen und allzeit verfügbaren Energiequelle wahrmachen. Mit Baden-Württemberg schließt sich ein weiteres starkes Wissenschaftsland der Allianz zur Fusionsforschung um Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein an und bringt die Kompetenzen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Bereich Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung in diese Fusionsallianz ein.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume begrüßt den Beitritt: „Ich freue mich, dass unsere Koalition der Willigen mit Baden-Württemberg ein neues, starkes Mitglied hinzugewonnen hat. Nun vernetzen und bündeln sieben Länder, die bereits große individuelle Standortstärke im Bereich der Fusionsforschung haben, ihre Stärken – und bauen sie gemeinsam weiter aus. Das ist ein Beleg für den klaren Willen, die Mission Kernfusion in Deutschland zum Erfolg zu führen. Wir sind entschlossen: Das erste kommerzielle Fusionskraftwerk soll in Deutschland entstehen.“ Blume betont dabei die Offenheit der Fusionsallianz: „Selbstverständlich sind weitere Länder herzlich eingeladen, sich anzuschließen. Eine derart große Mission braucht gebündelte Expertise. Neue Partner machen unsere Allianz noch stärker.“
Im Schulterschluss wollen die Länder diese Technologie-Entwicklung schnell, effektiv und strategisch abgestimmt voranbringen. Das Ziel der Fusionsallianz: Erforschung, Entwicklung, Bau und Betrieb von kommerziell genutzten Fusionsreaktoren – unter Kooperation von Industrie und Forschung. Zu den Vorhaben der Allianz gehören u.a. der gezielte Ausbau der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern auf dem Gebiet der Fusionsforschung, eine Vernetzung in der Fusionsforschung zum Beispiel durch landesübergreifende Master- und Graduiertenstudiengänge, die gemeinsame Nutzung bereits bestehender Forschungsinfrastrukturen, der gegenseitige Zugang zu den Einrichtungen der Partner sowie für Unternehmen, eine Zusammenarbeit mit der Zulieferindustrie, die schon beim Aufbau der existierenden Forschungsanlagen ihr technologisches Know-how unter Beweis gestellt hat, und Kooperationen mit europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Mit Blick auf die Rolle Bayerns betont Wissenschaftsminister Blume: „Wir sind Zugpferd und Partner auf dem Weg zum Fusionskraftwerk. Unser Masterplan Kernfusion ist voll in der Umsetzung, gerade bauen wir neue Lehrstühle und Studiengänge auf. Mit dem IPP in Garching haben wir weltweit einzigartige Exzellenz eingebettet in ein Ökosystem aus vielversprechenden Start-ups. Die Fusionsallianz bekennt sich nun dazu, dass wir diese Spitzenstellung ausbauen können. Im Schulterschluss wollen die Partner den Plan des Freistaats zur Errichtung eines Nachfolgeexperiments für die aktuelle Fusionsanlage ASDEX Upgrade am IPP unterstützen. Der Bau eines neuen Stellerators in Garching ist wegweisend für die künftige Rolle Deutschlands auf diesem Forschungsfeld.“ Darüber hinaus beteiligt sich Bayern mit dem Centre for Advanced Laser Applications (CALA) der LMU München in Kooperation mit Start-ups maßgeblich an der Grundlagenentwicklung der Laserfusionstechnologie. Mit der ATLAS-Anlage betreibt es eine der weltweit stärksten Kurzpuls-Laseranlagen. Zudem sind exzellente Gruppen in Bayern auch in der Fusionsmaterialforschung und im Bereich fusionsspezifischer Neutronenquellen aktiv.
Die Allianz konzentriert sich auf die aussichtsreichsten Ansätze zur Fusion, die laserinduzierte Trägheitsfusion und die Fusion unter Magneteinschluss sowie auf den Bereich Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung, der auch das Thema fusionsspezifischer Neutronenquellen umfassen soll. Die parallele Erforschung der verschiedenen Technologieansätze verteilt dabei technologische Risiken und erhöht die Chance, die wirtschaftlichsten Lösungen für eine zuverlässige Energieversorgung bei unterschiedlichen Einsatzanforderungen zu finden.
Die Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst kann hier eingesehen werden:
Baden-Württemberg tritt Allianz zur Fusionsforschung bei: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Das erweiterte Eckpunktepapier kann hier eingesehen bzw. heruntergeladen werden:
Pressematerial zum Download
Der Start der Fusionsallianz im Oktober 2025 inkl. Presse-Statements kann hier angesehen werden:
https://www.youtube.com/watch?v=FAaRwfsJm8A
Kathrin Gallitz, Pressesprecherin, 089 2186 2057