Pressemitteilung Nr. 075 vom 11.07.2018 Kunstministerin Kiechle gibt Preisträger Kunstförderpreise 2018 der Sparte Musik und Tanz bekannt

 „Beeindruckende künstlerische Talente werden mit Bayerischem Kunstförderpreis der Sparte Musik und Tanz ausgezeichnet“

 

MÜNCHEN. Bayerns Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle hat heute die Preisträger des „Bayerischen Kunstförderpreises 2018“ in der Sparte „Musik und Tanz“ bekannt gegeben. Die diesjährigen Auszeichnungen in dieser Sparte gehen an folgende Nachwuchskünstler:

 

  • Henrik Ajax (Komponist, Pianist)
  • Gregor A. Mayrhofer (Komponist, Pianist, Dirigent)
  • Matthias Lindermayr (Jazztrompeter)
  • Rachelle Scott (Tänzerin)

 

Ministerin Kiechle sagte: „Ich freue mich sehr, diese beeindruckenden künstlerischen Talente mit dem Bayerischen Kunstförderpreis der Sparte Musik und Tanz auszuzeichnen. Sie repräsentieren die große Bandbreite dieses Bereichs der Kunstszene in Bayern – von einer Tänzerin im neoklassischen und zeitgenössischen Ballett, über kreative Könner vor und hinter dem Dirigentenpult bis zum kreativen Jazz. Schon heute bereichern die jungen Künstler die Musik- und Tanzszene der Gegenwart und ich bin sicher, dass sie das auch in Zukunft noch weit über Bayern hinaus tun werden“.

Der Freistaat Bayern verleiht in jedem Jahr bis zu 16 Kunstförderpreise. Voraussetzung ist unter anderem, dass die ausgezeichneten Nachwuchskünstler ihre Ausbildung abgeschlossen haben, über außergewöhnliche Begabung verfügen und hervorragende Leistungen vorweisen können. Die Preise sind für Einzelkünstler mit je 6.000 Euro dotiert, für Ensembles mit 10.000 Euro. Die Preisverleihung des diesjährigen „Bayerischen Kunstförderpreis“ findet am 6. November 2018 in der Hochschule für Fernsehen und Film in München statt.

Informationen zu den einzelnen Preisträgerinnen und Preisträgern der Sparte „Musik und Tanz“ für den „Bayerischen Kunstförderpreis 2018“:

 

Henrik Ajax (Komponist und Pianist) – Sparte Musik

Henrik Ajax, geboren 1980 in Schweden, lebt und arbeitet mittlerweile in München, wo er, neben seiner freiberuflichen Tätigkeit als Komponist einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater in München innehält. Er studierte Klavier an der École Normale in Paris sowie Komposition bei Heinz Winbeck an der Hochschule für Musik Würzburg und in der Meisterklasse bei Jan Müller-Wieland an der Hochschule für Musik und Theater München. Als Pianist konzertierte er in verschiedenen Ländern, auch als Improvisator zu Stummfilmen und mit Jazz- und Rockbands. Sein Fokus liegt mehr und mehr auf dem kompositorischen Schaffen, für das er bereits mehrere Preise, Stipendien und Kompositionsaufträge erhielt. Die Jury würdigt, dass Henrik Ajax als Komponist die vielfältigen Möglichkeiten der zeitgenössischen Musik beherrsche, die er nicht als vordergründige Effekte präsentiert, sondern vielmehr in den Dienst einer ästhetisch proportionierten und vielschichtig strukturierten Musik stelle. Seine Werke würden zum mehrmals Hören verführen und stets erlebe man seine Musik neu, entdecke verborgene Aspekte, gerate in ihren Sog.

 

Gregor A. Mayrhofer (Komponist, Pianist, Dirigent) – Sparte Musik

Der 1987 in München geborene Gregor A. Mayrhofer studierte nach dem Abitur Komposition, Dirigieren und Gehörbildung in München (Jan Müller-Wieland), Paris (Frederic Durieux) und Düsseldorf (Manfred Trojahn, Rüdiger Bohn). Der universale Musiker hat Kompositionsaufträge unter anderem vom Chor des Bayerischen Rundfunks, dem Ensemble Intercontemporain und dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker erhalten. Mayrhofer schreibt Neue Musik, komponierte aber auch mehrere Opern für Kinder. Die Jury lobte, wie sein kürzlich in München aufgeführtes Oktett für Streicher und Bläser einen einzelnen Ton immer weiter anreichere und in vier ineinander übergehenden Sätzen einen differenziert gewobenen Kosmos entwerfen würde, wie er klarer, differenzierter, ökonomischer und schöner nicht sein könnte. Als Dirigent leitet Mayrhofer nicht nur Aufführungen eigener Werke und von Zeitgenossen, er ist nach Auffassung der Jury auch ein beeindruckender Interpret der Musik der klassischen Moderne von Debussy und Richard Strauss.

Matthias Lindermayr (Jazztrompeter) – Sparte Musik

Matthias Lindermayr wurde 1987 in Augsburg geboren. Seine musikalische Laufbahn begann in München, wo er Jazztrompete und Komposition studierte. 2014/2015 besuchte er das renommierte Berklee College of Music in den USA und setzte seine Studien 2016 am Jazz-Institut Berlin bei John Hollenbeck und Gerard Presencer fort. Matthias Lindermayr ist nach Ansicht der Jury ein Lyriker von hoher persönlicher Ausdruckskraft, ein Klangzauberer, der den Zuhörer mit wohlgesetzten Tönen unmittelbar in seinen Bann zieht, ein Melodiker, bei dem jede Linie klingt, als sei sie das natürlichste von der Welt, während sie sich raffiniert durch die Harmonien und Rhythmen schlängelt. Als Mitglied u. a. der Big Bands von Monika Roscher und Christian Elsässer, der Fusion Formation Fazer sowie unter eigenem Namen konzertiert Matthias Lindermayr regelmäßig an prominenten Spielorten und auf internationalen Festivals. Zwei CDs beim renommierten Label Enja, sowie Rundfunk- und Fernsehmitschnitte dokumentieren sein Spiel, das bereits mit dem Biberacher Jazzpreis, dem Kurt Maas Jazz Award und dem Solistenpreis des internationalen Nachwuchswettbewerbs des Jazzfestivals Burghausen ausgezeichnet wurde.

 

Rachelle Scott - Sparte Tanz

Rachelle Scott wurde 1990 in Frankreich geboren. Die französisch-amerikanische Tänzerin begann ihre Ausbildung an der Alvin Ailey School in New York und führte diese an der Juilliard School fort, wo sie 2012 graduierte. Im Jahr 2013 belegte sie den 1. Platz des Princess Grace Award. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Rachelle Scott Mitglied der Ballett Compagnie des Staatstheaters Nürnberg. Die Jury würdigt Rachelle Scott als eine außerordentlich ausdrucksstarke, facettenreiche, athletische und musikalische Bühnenkünstlerin, die in Nürnberg u.a. in folgenden Solopartien zu erleben war: „Antiche Danze“; „Monade“; Don Quijote („Don Quijote“); „Dürer’s Dog“. Ursprünglich eine überwiegend für den zeitgenössischen Tanz ausgebildete Künstlerin, hat sie sich nach Auffassung der Jury auch sehr schnell in das neoklassische Repertoire eingearbeitet. Rachelle Scott zeige eine besondere Begabung, sich der Technik und den jeweiligen stilistischen Anforderungen jedes Choreographen gewachsen zu zeigen. Aufgrund ihrer bisherigen Karriere und ihrer absoluten Hingabe an ihren Beruf sei sie Vorbild für ihre Compagnie-Kollegen und Inspiration für die Choreographen, mit denen sie arbeitet. Für das Nürnberger Publikum ist sie aufgrund ihrer Bühnenpräsenz bereits nach kurzer Zeit zu einer zentralen Erscheinung geworden, die zum Renommee und Erfolg der Produktionen des Nürnberger Balletts beitrage, so die Jury abschließend.

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