Frauenförderung Wissenschaftsminister Sibler verleiht Preise an Studentinnen der Ingenieurwissenschaften

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (Mitte) mit den Preisträgerinnen Emna Ben Yacoub, Carolin DietI, Sophia Hefenbrock und Nina Häring (v.l.n.r.)
Wissenschaftsminister Bernd Sibler (Mitte) mit den Preisträgerinnen Emna Ben Yacoub, Carolin DietI, Sophia Hefenbrock und Nina Häring (v.l.n.r.)

Frauenförderung ist ein wichtiges Anliegen – „Wir können nicht auf das Know-how und die Kreativität von Frauen im Ingenieurwesen verzichten“

Wissenschaftsminister Bernd Sibler
Wissenschaftsminister Bernd Sibler

Fünf bayerische Studentinnen erhielten von Wissenschaftsminister Bernd Sibler für ihre hervorragenden Hochschulabschlüsse und Promotionen im Bereich der Ingenieurswissenschaften eine Auszeichnung. Sie sind an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg, der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim, der Technischen Universität (TU) München und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg eingeschrieben. „Ich gratuliere den Preisträgerinnen herzlich zu ihrem Erfolg. Wir brauchen mehr Ingenieurinnen wie sie, die mit ihrem exzellenten Fachwissen für Fortschritt und Innovation sorgen. Wir können nicht auf das Know-how und die Kreativität von Frauen im Ingenieurwesen verzichten. Sie sind mit ihrer Leidenschaft für die Ingenieurwissenschaften die Vorbilder für künftige Studentinnen und unsere Zukunftsgestalterinnen von morgen!“, betonte Staatsminister Bernd Sibler. Die Förderung von Frauen an den Hochschulen ist ihm ein besonderes Anliegen. So müssen in Zukunft alle 32 Hochschulen im Freistaat mehr Professorenstellen mit Frauen besetzen. „Bei diesem Thema müssen und wollen wir besser werden!“, so Sibler.

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verleiht jährlich fünf Preise für hervorragende Hochschulabschlüsse oder Promotionen an Studentinnen der Ingenieurwissenschaften an bayerischen Hochschulen. Die Preise sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung sollen die beeindruckenden Leistungen der Studentinnen in ihrem Fachbereich honoriert und zugleich andere Frauen zu einem ingenieurwissenschaftlichen Studium ermutigt werden. Universität Bayern e.V. ist für zwei Preise, Hochschule Bayern e.V. für drei Preise vorschlagsberechtigt.

Preisträgerinnen

Emna Ben Yacoub / Technische Universität München

Emna Ben Yacoub hat ihr Masterstudium an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München 2018 mit Auszeichnung beendet. In ihrer Masterarbeit zum Thema „LDPC Decoding Algorithms Based on Ternary Message Passing“ hat sie sich mit der Optimierung der Codierung digitaler Daten bei der Nachrichtenübermittlung zwischen Sender und Empfänger beschäftigt. Der von Ben Yacoub entwickelte Dekodieralgorithmus für LDPC Codes weist eine äußert geringe Komplexität auf und eignet sich für die Kommunikationstechnologie der nächsten Generation.

Carolin DietI / Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

Carolin Dietl hat ihr Studium an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg im Studiengang Bauingenieurwesen im Mai 2018 abgeschlossen. In ihrer Bachelorarbeit befasste sich Dietl mit dem Thema „Planung und Bau von autarken Regenwasserzisternen und Untersuchung der Grundwasserqualität an Trinkwasserbrunnen in Souda, Senegal“. Motivation für DietIs Bachelorarbeit war ihr Wunsch, sich aktiv für die Verbesserung der Wasserversorgung in Souda einzusetzen. Dieses Projekt ist nachhaltig, da Frau DietI auf Basis ihrer gewonnen Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für Folgemaßnahmen erstellen und die Aussagekraft des Grundwassermodells verbessern konnte.

Dr. Yolita Eggeler / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Dr. Yolita Eggeler hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am Lehrstuhl für Mikro- und Nanostrukturforschung promoviert. Seitdem hat sie eine Postdoc-Stelle am Materials Department der University of California in Santa Barbara inne. In ihrer 2018 abgeschlossenen Dissertation zum Thema „Nano- and Microstructural Evolution in Ni- and Co-based Single Crystal Superalloys“ konnte sie grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse und neue methodische Entwicklungen zum mikroskopischen Verständnis von einkristallinen Superlegierungen und ihrem Hochtemperaturverhalten beitragen. Einkristalline Superlegierungen kommen als Schlüsselwerkstoffe für Turbinenschaufeln in modernen Gasturbinen für die Luftfahrt und die Energieversorgung zum Einsatz. Hierbei sind sie hohen Temperaturen und extremen Belastungen ausgesetzt, die zur Erschöpfung des Materials führen. Gasturbinen sind sowohl für die Mobilität als auch für eine nachhaltige Elektrizitätsversorgung unverzichtbar. Zu dieser wissenschaftlich anspruchsvollen Thematik hat sich Eggeler im Rahmen ihrer Promotion in die neuesten Methoden der hochauflösenden und analytischen Elektronenmikroskopie eingearbeitet und diese komplexen Methoden verbessert.

Nina Häring / Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Nina Häring hat 2018 ihr Bachelor-Studium im Studiengang Maschinenbau an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden abgeschlossen. In ihrer Bachelor-Arbeit zum Thema „Simulationsbasierte Optimierung des Steuerungskonzepts einer Montagelinie“, die in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens entstand, hat Häring per Software-Simulation das Steuerungskonzept einer ausgewählten Fertigungslinie analysiert und optimiert. Sie kommt in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass allein durch logistische Optimierungen innerhalb der Maschine die benötigte Produktionszeit um bis zu vier Prozent verringert werden kann. Im Mittel wird außerdem 20 Prozent weniger Pufferkapazität benötigt.

Sophia Hefenbrock / Technische Hochschule Rosenheim

Sophia Hefenbrock hat an der Technischen Hochschule Rosenheim 2018 den Masterstudiengang „Angewandte Forschung und Entwicklung in den Ingenieurwissenschaften“ abgeschlossen. In ihrer Masterarbeit hat sie eine beständige hydrophile Phosphorylcholin-Beschichtung für Ureterschienen aus Polyurethan entwickelt. Ureterschienen, die man auch als Harnleiterschienen bezeichnet, werden Patienten implantiert, bei denen der Urin aufgrund einer Erkrankung der harnbildenden und harnableitenden Organe nicht aus der Niere über den Harnleiter abfließen kann. Die von Hefenbrock entwickelte Beschichtung reduziert die Anhaftung von Proteinen und Bakterien auf der Schiene, vermindert das Risiko für Infektionen sowie Krustenbildung und trägt durch ihre verringerte Gleitreibung bei Patienten zu einem höheren Tragekomfort bei.

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