Wissenschaftspolitik Forschungskooperation zwischen Freistaat Bayern und US-Bundesstaat Colorado

Wissenschaftsminister Markus Blume (links) und Colorados Gouverneur Jared Polis bei der Unterzeichnung der Kooperationserklärung für Schlüsseltechnologien in München (© Axel König/StMWK).
Wissenschaftsminister Markus Blume (links) und Colorados Gouverneur Jared Polis bei der Unterzeichnung der Kooperationserklärung für Schlüsseltechnologien in München (© Axel König/StMWK).

Wissenschaftsminister Markus Blume und Colorados Gouverneur Jared Polis haben im August eine Kooperationserklärung für eine Zusammenarbeit bei Schlüsseltechnologien unterzeichnet. Dazu zählt auch die Fusionsforschung. Blume: „Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam lösen.“

Der Freistaat Bayern und der US-Bundesstaat Colorado kooperieren künftig stärker bei Forschung und Innovation. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume und Colorados Gouverneur Jared Polis haben hierzu im August in München eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups beider Staaten werden künftig enger zusammenarbeiten. Damit erweitert der Freistaat seine internationalen Wissenschaftskooperationen in den USA.

Kunstminister Markus Blume (© Steffen Böttcher)
Kunstminister Markus Blume (© Steffen Böttcher)

Wissenschaftsminister Markus Blume betonte mit Blick auf die gemeinsame Erklärung zwischen Bayern und Colorado: „Wir bauen eine neue Atlantik-Brücke für Wissenschaft und Hightech: Bayern und Colorado zählen zu den stärksten und innovativsten Forschungs- und Technologiestandorten ihrer Länder – das verbindet: Wir teilen die gemeinsame Überzeugung, dass Forschung und Innovation die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Fortschritt sind. Gerade in einer Zeit globaler Umbrüche und neuer internationaler Fragen wollen wir Vernetzung stärken und Verbindungen strategisch ausbauen. Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam lösen. Deshalb setzen wir bewusst auf starke Partnerschaften mit den weltweit führenden Wissenschaftsregionen. Wir positionieren uns als europäischer Hightech-Standort und Premium-Forschungspartner. Und wir senden ein klares Signal: Fortschritt braucht Freiheit, Offenheit und Zusammenarbeit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.“

Gouverneur Jared Polis sagte: „Colorado und Bayern verbindet das gemeinsame Ziel, die Grenzen von Wissenschaft und Innovation kontinuierlich zu erweitern. Unsere gemeinsame Erklärung baut auf einer Partnerschaft auf, von der beide Volkswirtschaften langfristig profitieren werden – durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Stärkung innovativer Unternehmen. In Colorado wird Forschung auf Weltklasseniveau betrieben. Die Vertiefung unserer Beziehungen zu Bayern eröffnet zusätzliche Chancen für Zusammenarbeit, neue Erkenntnisse und gemeinsames Wachstum. Ich bin stolz darauf, mit dieser Erklärung das nächste Kapitel der Partnerschaft zwischen unseren beiden Regionen aufzuschlagen.“

Fokus auf Zukunftstechnologien

Ein besonderer Schwerpunkt der Kooperation soll auf Zukunftstechnologien liegen. Dazu zählt auch die Fusionsforschung; beide Seiten sehen die Fusion als strategische Schlüsseltechnologie für die Energiegewinnung der Zukunft. Bayern hat mit seiner Mission Kernfusion ein bundesweit einzigartiges Programm für Fusionsforschung gestartet, ist Teil der Fusionsallianz aus insgesamt sieben Ländern und stellt die Weichen für eines der leistungsfähigsten Fusionsökosysteme Europas. Mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching und der Versuchsanlage ASDEX Upgrade, dem Forschungszentrum CALA mit dem Hochleistungslaser ATLAS-3000 an der LMU sowie neuen Professuren, Forschungsgruppen und Studienangeboten gibt es dafür beste Voraussetzungen.

Herausragende Kompetenzen in Laser- und Präzisionsphysik

Colorado verfügt insbesondere im Bereich der Laser- und Präzisionsphysik über weltweit herausragende Kompetenzen. Die Forschungslandschaft rund um Boulder zählt zu den bedeutendsten Zentren für Laserphysik, Quantenoptik und moderne Messtechnologien. In Colorado gibt es zudem über 30 staatliche Labore – eine der höchsten Konzentrationen an staatlich finanzierten Wissenschafts- und Forschungszentren in den Vereinigten Staaten – in denen renommierte Forscherinnen und Forscher tätig sind. Die Partnerschaft eröffnet die Möglichkeit, führende Kompetenzen auf beiden Seiten des Atlantiks entlang der gesamten Innovationskette zusammenzuführen – von der Grundlagenforschung über den Technologietransfer bis hin zur industriellen Anwendung.

Zwei führende Innovationsökosysteme

Die gemeinsame Absichtserklärung stärkt die bereits bestehenden Beziehungen zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Bayern und Colorado und schafft eine neue Grundlage für deren weiteren Ausbau sowie für neue Partnerschaften. Insgesamt kooperieren bereits elf Hochschulen in Colorado mit zehn bayerischen Hochschulen. Unter anderem kooperiert die Technische Universität München (TUM) in verschiedenen Fachbereichen mit der University of Colorado (CU) in Boulder und weiteren Universitäten; oder die OTH Regensburg im Bereich der Ingenieurwissenschaften mit der Colorado State University (CSU).

Künftig werden weitere gemeinsame Forschungsprojekte, Austauschprogramme für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Workshops und Netzwerkformate angelegt. Zudem wird die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen aus beiden Ländern forciert.

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