20. Januar 1998

Das ISB arbeitet an der Zukunft des bayerischen Schulwesens

Schwerpunkte 1998: Methodenvielfalt, innovative Unterrichtsformen

Mit insgesamt 362 Arbeitsvorhaben wird das Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung (ISB) in diesem Jahr das Kultusministerium bei der Weiterentwicklung des bayerischen Schulwesens unterstützen. Wie Kultusminister Hans Zehetmair am Dienstag in München mitteilte, lägen die Schwerpunkte des Jahresprogramms 1998 in den Bereichen Lehrplanentwicklung und Förderung der pädagogischen Arbeit.

Vor dem Hintergrund der TIMS-Studie werde in diesem Jahr die Förderung der pädagogischen Arbeit der Schulen einen besonderen Akzent erhalten. Zehetmair kündigte an, dass das ISB diesen internationalen Leistungsvergleich analysieren, auswerten und daraus Vorschläge für Verbesserungen der Unterrichtspraxis ableiten werde. In den Handreichungen für Lehrkräfte aller Schularten sollten dementsprechend stärker als bisher Methodenvielfalt, innovative Unterrichtsformen und Arbeitstechniken, die Selbständigkeit und Kreativität fördern, betont werden. Eine wichtige Rolle werde auch weiterhin der Medien- und Werteerziehung zukommen.

Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt würden 1998 die Schul- und Modellversuche bilden, die das Staatsinstitut entwerfe, pädagogisch betreue, wissenschaftlich begleite und auswerte. Zu nennen seien hier unter anderem die Projekte "Schule gestalten", wo es um innere Schulentwicklung gehe, "Interkulturelle Erziehung", "Europäisches Gymnasium", "Kooperation zwischen Berufsschullehrern und betrieblichen Ausbildern" sowie "Integration durch zeitweisen gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten".

Im Mittelpunkt der Lehrplanarbeit stehe die Fortschreibung des seit 1981 gültigen Lehrplans für die Grundschule. Es gelte dabei, so Zehetmair, den Veränderungen in Familie, Gesellschaft und Erfahrungswelt der Kinder gerecht zu werden und neue Erkenntnisse aus der Forschung und aus Schul- und Modellversuchen zu berücksichtigen. Für den neuen Lehrplan sei bereits eine neue Stundentafel erarbeitet worden, mit der ein Großteil der Kürzungen der vergangenen Jahre wieder in das Unterrichtsangebot eingegliedert werde.

Für das berufliche Schulwesen spiele ebenfalls die Erarbeitung von Lehrplänen eine zentrale Rolle. Auf Grund neuer Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne müssten für die Berufsschule zahlreiche bayerische Fachklassenlehrpläne neu entwickelt werden. Dieser Arbeit komme im Hinblick auf die Bewältigung der Lehrstellenproblematik große Bedeutung zu.

 

Bayerisches Staatsministerium
für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst
Toni Schmid, Pressereferent