Bayerischer Ministerrat "Kulturstaat Bayern ist hervorragend aufgestellt": Kunstminister Blume zieht Halbzeitbilanz zu laufender Legislaturperiode
Rekordbesuche, verlässliche Kulturförderung und Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung stärken Kunst und Kultur im ganzen Freistaat. Die Museumsoffensive und die Neuaufstellung der Provenienzforschung stellen die Weichen für die Zukunft.
Kunstminister Markus Blume zog Mitte Juli anlässlich einer Sitzung des Bayerischen Ministerrats mit Schwerpunkt Kunst und Kultur eine Halbzeitbilanz zu Kunst und Kultur in der laufenden Legislaturperiode: „Der Kulturstaat Bayern ist hervorragend aufgestellt! Bayern bleibt auch in finanziell herausfordernden Zeiten ein verlässlicher Partner und spart nicht an Kunst und Kultur! Die staatliche Kulturförderung wird auf hohem Niveau fortgeführt, Tarifsteigerungen der Staatstheater werden ausgeglichen und die Denkmalpflege weiter gestärkt. Gleichzeitig investiert der Freistaat gezielt in die Regionen – etwa mit dem sechsten bayerischen Staatstheater in Regensburg, der geplanten Erhebung des Mainfrankentheaters Würzburg zum Staatstheater oder der staatlichen Förderung des Festspielhauses Neuschwanstein.“
Bayern investiere nachhaltig in seine kulturelle Infrastruktur, so Blume weiter. Abgeschlossen wurde unter anderem die Generalsanierung der Archäologischen Staatssammlung in München. Noch 2026 werden das Proben- und Werkstättenzentrum des Bayerischen Staatsschauspiels sowie das neue Staatsarchiv in Kitzingen fertiggestellt. Auf den Weg gebracht sind zudem die Campusentwicklung der Hochschule für Musik und Theater München, die Generalsanierung des Residenztheaters, die Sanierung des Landestheaters Coburg und des Bayreuther Festspielhauses sowie die Neukonzeption des Museums für Franken auf der Festung Marienberg.
Mit der Neuaufstellung der Provenienzforschung stärke der Freistaat Transparenz, wissenschaftliche Unabhängigkeit und Vertrauen in Restitutionsentscheidungen, betonte Blume. Die neue Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut stellt die Restitutionspraxis bundesweit auf eine rechtssichere und rechtsverbindliche Basis. Ihr neuer Bewertungsrahmen ermöglicht die Restitution der Bronze-Büste „Fernande/Beatrice“ von Pablo Picasso durch den Freistaat. Es handelt sich um den bislang prominentesten Anwendungsfall der neuen Regelungen in Bayern. Mit der Einrichtung einer unabhängigen Kommission sowie eines wissenschaftlichen Zentrums für Provenienzforschung und Restitutionsfragen NS-Raubgut am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München werden Forschung, wissenschaftliche Bewertung und Restitutionsempfehlungen künftig außerhalb der staatlichen Museumsverwaltung organisiert. Für eine umfassende Reform der Provenienzforschung und Restitutionspraxis für den Bereich der staatlichen Kunstmuseen wurde zudem der Runde Tisch Historische Verantwortung unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Wirsching, dem langjährigen Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, eingesetzt.
Zudem stelle Bayern mit der Museumsoffensive die staatliche Museumslandschaft neu auf, so Blume weiter. Grundlage dafür ist das Weißbuch der unabhängigen Reformkommission. Damit wird die größte Weiterentwicklung der bayerischen Museumslandschaft seit den Wittelsbachern angestoßen - mit dem Ziel, Bayerns Museen international noch sichtbarer, leistungsfähiger und attraktiver für neue Zielgruppen zu machen.
Besucherrekorde belegen die Attraktivität des Kulturstaats Bayern. Rund 6,3 Millionen Menschen besuchten 2025 die Staatlichen Museen und Sammlungen, das Haus der Bayerischen Geschichte, das Deutsche Museum, das Germanische Nationalmuseum und die Dokumentation Obersalzberg. Auch die Staatstheater verzeichnen Spitzenwerte und die Bayreuther Festspiele präsentieren sich im Jubiläumsjahr 2026 erneut mit vollständiger Auslastung.
Pressemitteilungen der Bayerischen Staatsregierung anlässlich des Kulturkabinetts am 14.07.2026
- Bilanz zu Kunst und Kultur
- Provenienzforschung und Runder Tisch Historische Verantwortung
- Neue Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut / Restitution der Bronze-Büste „Fernande/Beatrice“ von Pablo Picasso
Stand: 14. Juli 2026 / Bildnachweis: StMWK/Axel Köniug