Coronavirus FAQ - Grundlegendes zum Hochschulbetrieb, zur Forschung und zum kulturellen Leben

Die Ausbreitung des Corona-Virus bringt in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens spürbare Veränderungen mit sich. Zur Eindämmung des neuartigen Virus und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat der Freistaat weitreichende Maßnahmen ergriffen, die auch den Hochschulbetrieb, die Forschung und das kulturelle Leben betreffen. Die dynamischen Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet und Maßnahmen überprüft. Nachsteuerungen sind jederzeit möglich.

FAQ: Lehrbetrieb an Hochschulen

Wie verändert sich die Vorlesungszeit an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunsthochschulen im Sommersemester 2020?

Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und größere Menschenansammlungen an den Hochschulen zu vermeiden, beginnt die Vorlesungszeit an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunsthochschulen nach aktuellem Stand am 20. April 2020 – und damit gleichzeitig mit dem regulären Lehrbetrieb an den Universitäten im Freistaat. Die Vorlesungszeit an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften endet am 7. August 2020. Die jeweiligen Hochschulen können diese Vorlesungszeit um bis zu vier Wochen verkürzen, soweit der für das Semester vorgesehene Unterrichtsstoff in der Vorlesungszeit mit entsprechend verdichteter Stundenzahl oder auf andere Weise unter Beachtung der Studierbarkeit angeboten wird. Für den Vorlesungsbetrieb an den bayerischen Kunsthochschulen gelten jeweils eigene Termine. Bitte informieren Sie sich bei der jeweiligen Hochschule. Das Sommersemester endet – wie üblich – mit dem 30. September.

Ändert sich an den staatlichen Universitäten etwas am bisherigen Zeitplan?

Nein. Die reguläre Vorlesungszeit beginnt nach aktuellem Stand wie vorgesehen am 20. April 2020 und endet am 24. Juli 2020. Das Sommersemester dauert – wie üblich – vom 1. April bis 30. September.

Verschiebt sich der Beginn der Vorlesungszeit auch an nichtstaatlichen Hochschulen?

Ja. Der Start der Vorlesungszeit im Sommersemester verschiebt sich nach aktuellem Stand grundsätzlich auch an nichtstaatlichen Hochschulen. Bei der Universität der Bundeswehr ist der Lehrbetrieb in Präsenzform bis auf Weiteres bis zum 14. April 2020 eingestellt.

Welche Folgen ergeben sich aus der Verschiebung des Vorlesungsbeginns für den Bezug von BAföG?

Wissenschaftsminister Bernd Sibler hat im Interesse der Studentinnen und Studenten in Bayern beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf BAföG-rechtliche Probleme hingewiesen, die sich aufgrund der Verschiebung des Vorlesungsbeginns an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, den Technischen Hochschulen und Kunsthochschulen für BAföG-Empfänger ergeben könnten, und eine gemeinsame Lösung angeregt. Das BMBF hat mit einem Erlass sowohl im Hinblick auf die Weiterförderung als auch die Erstförderung dargelegt, dass BAföG-Geförderte ihre Ausbildungsförderung weiterhin erhalten. Für BAföG-Geförderte ergeben sich also keine Nachteile.

Welche Folgen hat die Verschiebung des Vorlesungsbeginns für die Tätigkeit als Werkstudent?

Eine rechtsverbindliche Entscheidung über die Anwendung von Krankenversicherungsrecht im Einzelfall kann nach den bundesgesetzlichen Vorgaben nur die zuständige Krankenkasse in eigener Verantwortung treffen. Fragen im konkreten Fall müssen deshalb mit der jeweiligen Krankenkasse  geklärt werden. Allgemein gilt, dass beschäftigte Studentinnen und Studenten in der Krankenversicherung der Studenten nach der Rechtsprechung pflichtversichert bleiben, solange das Studium im Vordergrund steht. Das ist bei einer Beschäftigung während des Semesters (Vorlesungszeit) bis zu 20 Wochenstunden der Fall. Das Studium steht auch grundsätzlich im Vordergrund, solange eine Beschäftigung von mehr als 20 Wochenstunden in der vorlesungsfreien Zeit ausgeübt wird. Die Zeit vom Beginn des Sommersemesters 2020 bis einschließlich 19. April 2020 ist an den Hochschulen in Bayern nach derzeitigem Stand vorlesungsfrei.

Welche Konsequenzen hat die Absage aller Lehrveranstaltungen für Prüfungen?

Ob eine Hochschulprüfung angesichts der aktuellen Entwicklungen durchgeführt werden kann, wird von der jeweiligen Hochschule entschieden. Dabei ist an die Entscheidung ein strenger Maßstab anzulegen: Prüfungen sollen, wo immer es möglich und zumutbar ist, verschoben werden. Sofern eine Verschiebung aus zwingenden Gründen nicht in Betracht kommt, muss gewährleistet sein, dass die allgemeinen Vorgaben und Empfehlungen zum Infektionsschutz für alle Prüfungsbeteiligten umgesetzt werden. So muss z.B. zwischen den Prüfungsbeteiligten ausreichend Abstand gehalten werden können. Wo immer es möglich ist, sollten kleinere Prüfungsgruppen gebildet werden. Unter diesen Voraussetzungen kann bis auf Weiteres an der Durchführung unaufschiebbarer Prüfungen festgehalten werden. Prüfungen, die nach diesem strengen Maßstab derzeit nicht durchgeführt werden können, müssen nachgeholt werden. Der Nachholtermin wird von der jeweiligen Hochschule zu gegebener Zeit festgelegt und mit einer angemessenen Vorlaufzeit vor dem Prüfungstermin bekannt gegeben.

Können entfallene Lehrveranstaltungen auch während des Sommersemesters nachgeholt werden?

Die Entscheidung darüber, ob die Stoffvermittlung verdichtet wird, treffen die Hochschulen in eigener Verantwortung. Dabei müssen sie darauf achten, dass die Studierbarkeit gewährleistet ist. Die Hochschulen können hierzu auf Online-Lehre, eine Verdichtung an Seminaren, Lehrveranstaltungen an Samstagen oder den Wegfall der Pfingstferien setzen.

Dürfen Personen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, die Hochschule überhaupt betreten?

Nein. Personen, die sich in einem Gebiet aufgehalten haben, das vom Robert Koch-Institut (RKI) im Zeitpunkt des Aufenthalts als Risikogebiet ausgewiesen war oder innerhalb von 14 Tagen danach als solches ausgewiesen worden ist, dürfen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nach Verlassen dieses Gebiets Hochschulen in Bayern nicht betreten. Diese Regelung gilt derzeit bis einschließlich 19. April 2020.

Was gilt für Online-Angebote während der vorlesungsfreien Zeit?

Digitale Lehrangebote bieten eine sehr gute Möglichkeit für Studentinnen und Studenten, um sich auch während der vorlesungsfreien Zeit individuell ihrem Studium zu widmen. Dabei sind diese Grundsätze zu beachten:

  • Online-Lehrangebote müssen – mit Blick auf die Chancengleichheit – in einer für alle Studentinnen und Studenten zugänglichen Weise und als freiwillige Lernangebote bereitgestellt werden.
  • Prüfungsrelevante Online-Angebote müssen auch nach dem Beginn der Vorlesungszeit noch verfügbar sein bzw. nochmals angeboten werden.

Prüfungstermine müssen so gelegt werden, dass Studentinnen und Studenten eine angemessene Vorbereitungszeit haben.

Bei der Entwicklung von digitalen Lehrangeboten können Hochschulen selbstverständlich auch zusammenarbeiten.

Welche Einrichtungen an den Hochschulen und Universitäten sind geöffnet? Welche sind geschlossen?

Die Bibliotheken an den Hochschulen sind grundsätzlich geschlossen. Möglichkeiten der Online-Ausleihe werden von den Hochschulen geprüft.

Der Forschungsbetrieb läuft, auch die Verwaltung arbeitet weiter. Selbstverständlich ist dabei große Achtsamkeit geboten und besonderes Augenmerk auf die Hygiene zu legen.

Handelt es sich bei der Wahrnehmung von Pflichtpraktika, der Teilnahme an hochschulischen Prüfungen, der Ausübung von Tätigkeiten in Bereichen der Studienverwaltung um einen triftigen Grund, der es erlaubt, das Haus zu verlassen?

Nach Ansicht des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) umfassen auch Pflichtpraktika, die Teilnahme an hochschulischen Prüfungen, Bereiche der Studienverwaltung etc. den Bereich der Ausübung der beruflichen Tätigkeit im Sinne der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 20.03.2020, Az. Z6a-G8000-2020/122-98, da dies Teil der Ausbildung und damit eine Vorstufe zum späteren Beruf ist. Das gilt auch mit Blick auf die Rechtsverordnung des StMGP vom 24.03.2020 über vorläufige Ausgangsbeschränkungen.

Es wird aber dringend appelliert, dass nur zwingende, nicht aufschiebbare Termine wahrgenommen werden sollen und auf die Mindestabstände zu anderen Personen zu achten ist. Selbstverständlich gilt daneben weiterhin die Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 17.03.2020, Az. GZ6a-G8000-2020/122-78, Betretungsverbot für Hochschulen.

Wo finde ich weitere Informationen zu Fragen rund um die Finanzierung des Studiums?

Das Deutsche Studentenwerk hat Antworten auf vielfältige Fragen z. B. zum Verlust des Nebenjobs, zu Mietkosten oder Studienkrediten zusammengestellt.

Wie wirkt es sich auf das BAföG aus, wenn BAföG-Empfänger im Kampf gegen Corona tätig sind und dafür entlohnt werden?

Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden Einnahmen aus Tätigkeiten, die zur Unterstützung des Gesundheitswesens, sozialer Einrichtungen oder der Landwirtschaft beitragen, nur auf das BAföG in den Monaten angerechnet, in denen der BAföG-Empfänger die entsprechenden Einkünfte erhält. Damit behalten BAföG-Geförderte ihren Anspruch sowohl vor als auch nach einem vergüteten Engagement in der Pandemiebekämpfung.

FAQ: Hochschulforschung

Welche Konsequenzen ergeben sich für den Forschungsbetrieb?

Die Forschung an den Hochschulen und Universitäten läuft weiter. Dabei ist große Achtsamkeit geboten und besonderes Augenmerk auf die Hygiene zu legen.

Dürfen Personen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, die Hochschule überhaupt betreten?

Nein. Personen, die sich in einem Gebiet aufgehalten haben, das vom Robert Koch-Institut (RKI) im Zeitpunkt des Aufenthalts als Risikogebiet ausgewiesen war oder innerhalb von 14 Tagen danach als solches ausgewiesen worden ist, dürfen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen nach Verlassen dieses Gebiets Hochschulen in Bayern nicht betreten. Diese Regelung gilt derzeit bis einschließlich 19. April 2020.

Corona und die bayerische Hochschullandschaft: Wissenschaftsminister Bernd Sibler informiert

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FAQ: Kulturelles Leben

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf den Kulturbetrieb in Bayern?

Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser sind in Bayern nach aktuellem Stand bis zum 20. April 2020 geschlossen. Das gilt auch für den Besuchsverkehr in staatlichen Museen, staatlichen Sammlungen, staatlichen Archiven und staatlichen Bibliotheken. Auch der Proben- und Vorbereitungsbetrieb wurde vorübergehend eingestellt. 

Werden die betroffenen staatlichen Kultureinrichtungen die bereits verkauften Tickets rückerstatten?

Wer für den Zeitraum der Schließungen ein Ticket für eine staatliche Kultureinrichtung gekauft hat, kann dieses an den entsprechenden Einrichtungen zurückgeben und erhält sein Geld zurück. Kunstminister Bernd Sibler hat sich dafür eingesetzt und sieht darin eine vertrauensbildende Maßnahme. Sie verdeutlicht den hohen Wert von Kunst und Kultur für den Freistaat.

Wie lassen sich die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklungen für öffentliche und private Kultureinrichtungen, kulturelle Veranstaltungsbetriebe und Künstlerinnen und Künstler auffangen?

Bayern unternimmt alle Anstrengungen, um den wirtschaftlichen Schaden abzufedern. Das Bayerische Kunstministerium plant, bei unabhängig von Corona anstehenden Förderverfahren etwaige Ausnahmefälle infolge der Pandemie bei der Bemessung der Förderhöhe zu berücksichtigen. Hierfür sind weitere Haushaltsmittel erforderlich, die derzeit noch nicht abgeschätzt werden können. Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat in Abstimmung mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium bereits Soforthilfen für die Kultureinrichtungen angekündigt. Das Programm steht Selbstständigen und kleinen Unternehmen aus allen Sparten offen und damit auch selbstständigen Kulturschaffenden und Unternehmen der Kreativwirtschaft.

Zudem hat die Kulturministerkonferenz unter Vorsitz von Kunstminister Bernd Sibler beschlossen, sich dafür einzusetzen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft bei Krisenprogrammen des Bundes zu Corona einbezogen werden.

 

Wo erhalten Kultur- und Kreativschaffende weitere Informationen zu finanziellen Unterstützungen?

Das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (Bayernkreativ)  und die Bundesregierung geben jeweils einen Überblick über Möglichkeiten der Unterstützung.

Wie wirkt sich Kurzarbeit auf die staatliche Kulturförderung durch das Kunstministerium aus?

Zur Entlastung der durch das Corona-Virus ausgelösten prekären wirtschaftlichen Lage vieler Förderempfänger im Kulturbereich sollten diese auch die Möglichkeit einer Beantragung von Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit nutzen, sofern die Antragsvoraussetzungen hierfür vorliegen.

Dies hängt maßgeblich vom erfolgreichen Abschluss einer Betriebsvereinbarung bzw. der Zustimmung der Belegschaft ab. Das bayerische Kunstministerium wertet es dabei nicht als förderschädlich, wenn von ihm geförderte Kultureinrichtungen das Kurzarbeitergeld auf bis zu 100% des Nettogehalts aufstocken. Entsprechende Leistungen werden als zuwendungsfähig anerkannt, soweit eine Förderung der Personalausgaben erfolgt.

Das Kurzarbeitergeld wird frühestens ab dem Kalendermonat gezahlt, in dem die Anzeige über den Arbeitsausfall bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit eingegangen ist. Zur weiteren Bearbeitung Ihrer Anzeige benötigt die Bundesagentur für Arbeit bereits bei der Anzeige die Einverständniserklärung der Mitarbeiter/innen zur Kurzarbeit bzw. - in Fällen mit Betriebsrat - die hierzu abgeschlossene Betriebsvereinbarung.

Corona und die bayerische Kunst- und Kulturlandschaft: Kunstminister Bernd Sibler informiert

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Vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Pandemie

Grundsätzliche Informationen

Welche Gebiete gelten als Risikogebiete?

Das Robert Koch-Institut (RKI) und die Task-Force Infektiologie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) schätzen die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland kontinuierlich ein.

Wann liegt ein begründeter Verdachtsfall vor?

Als begründete Verdachtsfälle werden Personen mit Atemwegssymptomatik betrachtet, die sich  in den letzten 14 Tagen entweder im Risikogebiet aufgehalten haben oder engeren Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.

Wie sollen sich Hochschulen und kulturelle Einrichtungen verhalten, wenn ein Verdachts- bzw. Kontaktfall vorliegt?

Hat die Hochschule oder die kulturelle Einrichtung Kenntnis von Verdachts- bzw. Kontaktfällen, ist unverzüglich Kontakt mit dem zuständigen Staatlichen Gesundheitsamt (GA) aufzunehmen. Die Betroffenen sind darüber zu informieren. Das Gesundheitsamt bewertet das gegebene Gesundheitsrisiko und veranlasst die notwendigen und umzusetzenden Maßnahmen.

Wo sind tagesaktuelle Informationen zur dynamischen Entwicklung zu finden?

Tagesaktuelle Informationen zum Infektionsgeschehen sind auf den Internetseiten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und über den "Infektionsmonitor Bayern" des Bayerischen Gesundheitsministeriums abrufbar.

Gibt es eine Hotline?

Ja. Sollten Unsicherheiten oder weiterer Informationsbedarf bestehen, kann man sich an die Coronavirus-Telefon-Hotline wenden: 09131 6808 5101

Weitere Informationen sind zudem hier abrufbar:

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