Wintersemester 2018/19 "Wissen schafft..." - Neuerungen zum Start des Wintersemesters 2018/19

Ein Video zum Beginn des Wintersemsters 2018/2019
Ein Video zum Beginn des Wintersemsters 2018/2019

Wissenschaftsministerium stellt zum Beginn des Wintersemesters 2018/19 auf einer Pressekonferenz die Neuerungen in der Hochschullandschaft vor.

„Bayern ist Wissenschaftsland, das heißt wir richten unseren Blick weit in die Zukunft und entwickeln Strategien, die langfristig Wirkung entfalten. Die aktuellen Neuerungen zum Wintersemester 2018/19 und die Pläne für die nächste Legislaturperiode stellen das eindrucksvoll unter Beweis“, betonte Kiechle bei der Pressekonferenz zum Beginn des Wintersemesters 2018/19.

Unsere Studierenden – „Wissen schafft Fortschritt“

Wissenschaftsministerin a. D. Marion Kiechle
Wissenschaftsministerin a. D. Marion Kiechle

„Die Studierenden sind unsere wertvollste Ressource. Diese - meist jungen - Menschen haben sich für ein Studium an einer bayerischen Universität oder Hochschule entschieden, um sich Wissen anzueignen. Wissen, das ihnen ihr ganzes Leben über Fortschritt verspricht. Ganz persönlich, als Forscher oder auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium konsequent weiterzuentwickeln“, erklärte Kiechle.

Neuer Rekord: So viele Studierende in Bayern wie noch nie

Im aktuellen Wintersemester haben 68.000 Frauen und Männer im Freistaat ihr Hochschulstudium begonnen. Damit studieren in Bayern nach der ersten Prognose des Landesamts für Statistik insgesamt mehr als 394.000 Menschen – ein neuer Rekord. Rund 245.500 Frauen und Männer haben sich im laufenden Studienjahr für ein Studium an einer Universität im Freistaat entschieden, 148.500 Studierende besuchen eine Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) oder einer Technischen Hochschule (TH).

Neue Studiengänge

„Der quantitative Rekord bei den Studierendenzahlen ist der Beweis dafür, dass unsere wissenschaftspolitischen Strategien in Bayern aufgehen. Die Basis für diesen Erfolg ist eine zukunftsweisende Lehre. Unsere Gesellschaft befindet sich  in einem stetigen Wandel – nicht zuletzt auch wegen ökonomischer, gesellschaftlicher und technologischer Neuerungen und Entwicklungen. Die bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften tragen diesem Prozess Rechnung, indem sie neue Studiengänge entwickeln und anbieten“, erklärte Kiechle. So startet etwa die Universität Augsburg im Wintersemester 2018/19 mit dem Studiengang „Medizinische Informatik“ (B.A.). Die HAW Ansbach bietet den Studiengang „Visualisierung und Interaktion in digitalen Medien“ (B.A.) neu an und die Elite-Masterstudiengänge „Translational Medicine“ und „Translational Neuroscience“ stehen den Studierenden an der Universität Würzburg ab dem Wintersemester 2018/19 zur Verfügung.

Bayerisches Wissenschaftsforum (BayWISS)

BayWISS ist als institutionalisierte Plattform zum Austausch, zur Koordinierung und zur Stärkung der Zusammenarbeit von Universitäten und HAWs ein bundesweit einzigartiger Ansatz. Bayern hat hier ein neues Kapitel für eine umfassende Kooperation der beiden Hochschularten aufgeschlagen. Kiechle betonte: „Wer sein Studium in Bayern, egal ob an der Universität oder an einer HAW erfolgreich absolviert hat, kann anschließend in einem Verbundkolleg promovieren. Unsere Verbundkollegs sind eine Erfolgsgeschichte – hier profitieren die Doktoranden von den Stärken beider Hochschularten.“ Im Juli 2018 hat Kiechle dem ersten Absolventen eines solchen Verbundkollegs, Herrn Rainer Koch, die Promotionsurkunde persönlich überreicht.

Studierende profitieren von verbessertem Service und Beratungsangebote
Studierende profitieren von verbessertem Service und Beratungsangebote

Verbesserter Service und Beratungsangebote für Studierende

„Gutes noch besser machen – diesen Ansatz verfolgen wir auch beim Ausbau von Service- und Beratungsangeboten für unsere Studierenden“, unterstrich Kiechle. Im Wintersemester 2018/19 nehmen erstmals alle 25 staatlichen bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen am Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) teil. Das DoSV dient dazu, Bewerbungen und Zulassungen in örtlich zulassungsbeschränkten grundständigen Studiengängen bundesweit zu koordinieren. „Den Bewerberinnen und Bewerbern ermöglicht das DoSV eine orts- und zeitunabhängige Echtzeitabfrage über den Stand ihrer Bewerbungen. Zudem sind die Zeitfenster des Zulassungsverfahrens im DoSV einheitlich, sodass die Bewerberinnen und Bewerber nicht viele verschiedene Fristen im Auge behalten müssen“, so Kiechle.

Auf Anregung von Kiechle hat das Wissenschaftsministerium im  Frühjahr 2018 außerdem ein eigenes Fachreferat für studentische Angelegenheiten geschaffen und unterstreicht somit den hohen Stellenwert der Studierenden, der so auch in der Organisationsstruktur des Ministeriums abgebildet wird. Themenschwerpunkte des Referats sind u.a. die Studentenwerke, das BAföG und die Inklusion von Studierenden mit Behinderung.

Unsere Wissenschaftler – „Wissen schafft Innovationen“

Mit einem Spitzenwissenschaftlerprogramm soll die Attraktivität des Hochschulstandorts Bayern weiter ausgebaut werden
Mit einem Spitzenwissenschaftlerprogramm soll die Attraktivität des Hochschulstandorts Bayern weiter ausgebaut werden

„Nur, wer die Möglichkeit hat, Wissen zu generieren, kann innovativ sein. Wir müssen unseren Forschern deshalb die besten Bedingungen für ihre wertvolle Arbeit bieten“, betonte Kiechle. 

„Die Besten für Bayern“

„Die erfolgreiche Gewinnung von Spitzenwissenschaftlern aus dem In- und Ausland ist eine wesentliche Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit eines Hochschulsystems“, unterstrich Kiechle. In den vergangenen Jahren sind bereits richtige und wichtige Maßnahmen eingeleitet worden, um renommierte Wissenschaftler an die Hochschulen des Freistaates zu holen. Kiechle möchte in Zukunft mit einem neuen, umfassenden Spitzenwissenschaftlerprogramm den herausragenden Topwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem In- und Ausland international konkurrenzfähige Konditionen anbieten und diese so für die bayerische Hochschullandschaft gewinnen. „Das Credo lautet: Die Besten für Bayern! Dafür müssen wir die notwendigen Anreize schaffen. Das bedeutet konkret, dass ich mich dafür einsetzen werde, dass wir Finanzmittel bereitstellen zum einen für international konkurrenzfähige Bezüge, zum anderen für die Beschaffung einer erstklassigen Labor- und Geräteausstattung sowie für die Bildung von Forscherteams. Die Lehrverpflichtung dieser Spitzenwissenschaftler sollte zeitlich befristet ermäßigt werden, um diesen zusätzliche Spielräume für ihre Forschungsaktivitäten zu ermöglichen.“

Innovationsbündnis Hochschule 4.0

Mit der Unterzeichnung des „Innovationsbündnisses Hochschule 4.0“ im Juli 2018 hat Bayern die richtigen Weichen in der Hochschulentwicklungsplanung für die nächsten vier Jahre gestellt. Mit dem Innovationsbündnis Hochschule 4.0 sollen sich die Hochschulen und der Freistaat u.a. zum Ziel setzen, die Anzahl von Frauen auf Professuren zu erhöhen – ein Punkt, der Kiechle besonders wichtig ist. „Dabei ist ausdrücklich vorgesehen, dass Zielgrößen definiert werden. Es ist erforderlich, dass die Hochschulen dafür zweckmäßige Gesamtkonzepte etablieren, die etwa ein chancengerechtes Karrieremanagement und familienfreundliche Organisationsmodelle für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie chancengerechte und qualitätsgesicherte Prozesse zur Besetzung von Professuren umfassen“, so Kiechle.

Ambitionierte Großvorhaben im universitären Bereich

„Der Freistaat nimmt mit seinen ambitionierten Großvorhaben im universitären Bereich die Zukunft in die Hand“, betonte  Kiechle. Als Beispiele nannte Kiechle die neue Universität Nürnberg sowie die Weiterentwicklung des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Erlangen, das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Nürnberg und die Technische Fakultät der FAU am Standort Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität.

Außerdem werden mit der Errichtung einer neuen TUM-Fakultät (Technische Universität München) für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie am Standort Ottobrunn moderne Forschungskompetenzen von der Grundlagenforschung über die Systemkompetenz bis zur Anwendung generiert.  Dem Leitspruch „Für die Erde ins All“ folgend sollen der neue BA-Studiengang „Luft- und Raumfahrt“ sowie eine Reihe von Masterstudiengängen (ab 2020) angeboten werden. Wissenschaftler werden an der Fakultät daran arbeiten, Lösungen für die Herausforderungen beispielsweise in der Landwirtschaft oder in der Medizin zu erforschen.

Das Bayerische Krebsforschungszentrum, eine gemeinsame Einrichtung der bayerischen Universitätsklinika und Medizinischen Fakultäten, das 2019 seine Arbeit aufnimmt, wird durch eine enge Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Krankenversorgung die Erkenntnisse aus der Forschung schneller für die Patienten verfügbar machen.

Die Realisierung des Medizincampus Oberfranken durch die FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), das Universitätsklinikum Erlangen, die Universität Bayreuth und das Klinikum Bayreuth sowie die Überführung des Klinikums Augsburg in ein Universitätsklinikum werden das bayerische Angebot an Medizinstudienplätzen deutlich steigern. Damit wird die ärztliche Versorgung im Freistaat nachhaltig gestärkt.

Mit dem Bayerischen Zentrum für Batterietechnik wird die Universität Bayreuth Motor für bayerische Batterieforschung. Der neu in Betrieb genommene Höchstleistungsrechner SuperMUC-NG, dem derzeit schnellsten Rechner in Deutschland, am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) unterstützt mit seiner Leistung u.a. die Forschungsgebiete Kosmologie und Astrophysik, Medizin, Katastrophen- und Umweltforschung.

Investitionen in den Hochschulbau – Bayern baut für die Zukunft

Die kontinuierliche Erneuerung der vorhandenen Gebäudesubstanz sowie der Bau von neuen Forschungs- und Lehrgebäuden ist eine zentrale, wissenschaftspolitische  Aufgabe und erfordert nachhaltige Investitionen. In den Jahren 2013 bis 2017 wurden im Hochschulbereich insgesamt rund 1,75 Milliarden Euro in Gebäude (Große Baumaßnahmen) investiert. Für das Jahr 2018 hat die Staatsregierung im Hochschulbereich – von der Mensa bis zum Forschungsgebäude – rund 344 Millionen Euro bereitgestellt.

Unsere Gesellschaft – „Wissen schafft Antworten“

Investitionen in die Wissenschaft kommen der Gesellschaft zugute
Investitionen in die Wissenschaft kommen der Gesellschaft zugute

„Wissenschaft und Forschung an unseren bayerischen Hochschulen erfolgt nicht zum Selbstzweck. Für mich bedeutet nachhaltige Wissenschaftspolitik, die Herausforderungen, vor der unsere Gesellschaft stehen wird, frühzeitig zu erkennen und Lösungen für die Gesellschaft an der Hand zu haben“, unterstrich Kiechle. In Bayern wurden deshalb in den letzten Jahren 17 Technologietransferzentren gegründet. Ihre Aufgabe ist es in Kooperation mit - vor allem ortsansässigen - Unternehmen anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung zu betreiben und damit den Wissens- und Technologietransfer zu unterstützen. Die fachlichen Schwerpunkte orientieren sich an der Struktur der Wirtschaftsunternehmen in der jeweiligen Region. Damit dienen die Technologietransferzentren der nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft vor Ort.

Einige der zentralen Themen, mit denen sich die bayerischen Hochschulen derzeit beschäftigen, um Antworten für unsere Gesellschaft zu finden, lauten: Die digitale Revolution, die Mobilität der Zukunft und der Themenkomplex Demographie/ Pflege/ Gesundheit/ Soziale Arbeit. Die Bayerische Staatsregierung hat die Herausforderungen frühzeitig erkannt und die Weichen nachhaltig gestellt: Mit dem Förderprogramm Digitaler Campus Bayern (DCB), der Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) und dem vor einigen Tagen eröffneten Bavarian Hub for Digital Transformation erforscht, nutzt und unterstützt der Freistaat die Digitalisierung. Außerdem werden an den bayerischen Hochschulen unter anderem die Zukunft der Mobilität und die Folgen des demographischen Wandels untersucht und zukunftssichere Lösungen entwickelt.

„Investitionen in die Wissenschaft bedeuten Investitionen in die Zukunft. Bayern ist ein Wissenschafts- und Chancenland. Ich will mich persönlich dafür einsetzen, dass der Freistaat Bayern auch in der kommenden Legislaturperiode nachhaltig investiert, um unseren Hochschulen die bestmöglichen Voraussetzungen für den wissenschaftlichen Wettbewerb in Forschung und Lehre zu bieten. Wissen schafft Fortschritt, Innovationen und Antworten – zum Wohl unserer Wirtschaft, zur Stärkung der Regionen und letztendlich unserer Gesellschaft“, unterstrich Kiechle.

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